Am 3. Januar 2026 kam es im Südwesten Berlins zu einem der gravierendsten Stromausfälle der jüngeren Geschichte. Infolge eines Brandanschlags auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal fiel die Stromversorgung in den Stadtteilen Zehlendorf, Wannsee, Nikolassee und Lichterfelde aus. Betroffen waren nach Angaben des Netzbetreibers rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Gewerbekunden – darunter auch Pflegeheime, Arztpraxen und kommunale Einrichtungen.
Hintergrund und Auswirkungen
Der Brand an der Kabelbrücke zerstörte Hoch- und Mittelspannungskabel, was eine schnelle Wiederinbetriebnahme verhinderte. Die Reparaturarbeiten dauerten mehrere Tage und führten zu einem historisch langen Netzausfall im Berliner Südwesten. Bis 7. Januar 2026 konnte die Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt und am 08. Januar vollständig abgeschlossen werden.
Durch den Ausfall waren viele Haushalte kurzfristig auch ohne Heizung und Kommunikationsmittel, was die Lage bei winterlichen Temperaturen zusätzlich verschärfte. Behörden und Netzbetreiber arbeiteten eng zusammen, um Ersatz-Notstromleitungen zu installieren und kritische Infrastruktur abzusichern.
THW-Einsatz: Schnelle, koordinierte Hilfe für Berlin
Das Technische Hilfswerk (THW) war seit Beginn des Stromausfalls zentral in die Einsatzmaßnahmen eingebunden und unterstützte sowohl die technische Notversorgung als auch die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Behörden, Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen.
THW Ortsverband Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf vor Ort aktiv
Der Ortsverband Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf übernahm zusammen mit weiteren THW-Einheiten wichtige Aufgaben:
- Bereitstellungsraum im Schichtbetrieb:
Zeitweise wurde ein Bereitstellungsraum betrieben, um Kräfte und Material effizient zu koordinieren, Schichtwechsel abzuwickeln und laufende Aufgaben zu planen und zu priorisieren. Ein Bereitstellungsraum dient dazu, Einheiten zentral zusammenzuführen und Einsätze strukturiert zu verteilen. - Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung (FGr N):
Diese Fachgruppe übernahm maßgeblich die Planung, Organisation und technische Umsetzung der Notversorgung, wie etwa den Aufbau, Betrieb und die Betankung von Notstromaggregaten. Zusätzlich Errichtung von Lichtmasten zur Ausleuchtung von Einsatzorten in den dunklen Abend- und Nachtstunden. - Führung/Fachzug Führung und Kommunikation (FZ FK):
Die Führungseinheit unterstützte bei der Einsatzleitung, Kommunikation und Koordination zwischen den Einsatzstellen sowie mit Einsatzkräften anderer Organisationen und Behörden. - Besetzung der Notrufannahmestelle: Durch die Einsatzkräfte wurde eine Notrufannahmestelle, ein sogenannter Leuchtturm besetzt. Diese diente während des partiellen Ausfalls der Mobilfunk- und Telefonnetze als Anlaufstelle für die Bevölkerung um Notrufe absetzen zu können.
Kooperation mit anderen Einsatzkräften und Behörden
Die Arbeit des THW war eingebettet in eine groß angelegte Einsatzlage, an der Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, Netzbetreiber und zahlreiche weitere Hilfsorganisationen beteiligt waren. Gemeinsam konnten Notunterkünfte eingerichtet, Wärme- und Kommunikationsangebote bereitgestellt und lebenswichtige Dienste für die Bevölkerung aufrechterhalten werden.
Rund 1.000 THW-Einsatzkräfte waren insgesamt im Großraum Berlin aktiv, verteilt auf zahlreiche Ortsverbände aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bremen, um die Bedürfnisse vor Ort bestmöglich zu unterstützen.
Auch wenn der Strom in dem betroffenen Gebiet wieder angeschaltet werden konnte, sind viele THW-Einsatzkräfte sicherheitshalber noch immer vor Ort.
Dank an die Helferinnen und Helfer
Der Stromausfall machte die Bedeutung eines funktionierenden Bevölkerungsschutzes und gut koordinierter Einsatzkräfte sichtbar. Ohne das unermüdliche Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des THW, wäre eine so zügige Notversorgung und Unterstützung der Berlinerinnen und Berliner nicht möglich gewesen.

