01.02.2021

Drohender Einsturz von Wohnhaus

Pausenlos sind THW-Kräfte seit Sonntag im Berliner Bezirk Köpenick im Einsatz. Eine Baugrube war mit Wasser vollgelaufen, die Wände der angrenzenden Häuser zeigten Risse. Viele verschiedene Aufgaben übernehmen die Ehrenamtlichen im Schichtbetrieb, um die Häuser zu sichern und wieder bewohnbar zu machen.

Seit Montag bauen THW-Kräfte Stützkonstruktionen aus Holz für das einsturzgefährdete Haus. Quelle: THW/Dennis Seumer

Eine Baugrube war am Sonntag mit Wasser vollgelaufen und hatte die Fundamente der Nachbarhäuser unterspült. Instabiler Boden heißt auch instabile Wände, also Einsturzgefahr. Damit die evakuierten Anwohnenden schnell und sicher in die umliegenden Häuser zurückkehren können, sind THW-Kräfte aus mehreren Ortsverbänden seit Sonntagabend im Dauereinsatz.

Am Montagmorgen hieß es für unseren Fachberater zu erkunden, ob das Abstütz-System-Holz (ASH) zum Einsatz kommt. Auch unser frisch ausgebildeter Trupp Unbemannte Luftfahrtsysteme (Trupp UL) wurde zur Einsatzstelle gerufen, um aus der Luft einen Überblick zu erhalten. Schnell wurde klar, dass noch mehr Kräfte und (Spezial)Einheiten vor Ort benötigt werden. Unsere Bergungsgruppe (B) mit Abstütz-System-Holz (ASH) und die Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung (FGr N) wurden alarmiert. Zu den Aufgaben der FGr N gehört u.a. die Sicherstellung von Verbrauchsmaterial wie beispielsweise Kraftstoff, die Sicherstellung der Elektroversorgung uvm. Für die Bergungsgruppe hieß es mit dem Bau einer Stützkonstruktion zu beginnen. Am Nachmittag wurden unser Zugtrupp und die Fachgruppe Schwere Bergung (FGr SB) zur Ablösung angefordert.

Fortwährend sind Kräfte unseres Ortsverbandes an der Einsatzstelle.

 

Update: 5. Februar 2021

Am Mittwoch, 04.02.2021, wurde der Einsatz beendet.

Für das einsturzgefährdete Haus in der Pohlestraße 11 liegt nunmehr ein Tragwerkgutachten vor, das bestätigt, dass die Gefahr eines Grundbruchs des Gebäudes besteht.

Bisher erfolgte eine Grubensicherung mit 70 sandgefüllten Big Bags. Um die Standsicherheit des Hauses mit der Nummer 11 zu erhöhen wurde damit begonnen, die Giebelwand mit einem Abstützsystem Holz (ASH) abzustützen. Diese Maßnahme beruhte auf einer ersten Einschätzung zur Tragfähigkeit des Untergrundes. Durch die veränderte Wetterlage erfolgte eine weitere Begutachtung der Einsatzstelle. Es stellte sich dabei heraus, dass die Bodenbeschaffenheit in der Baugrube eine andere ist, als zunächst angenommen. Die bisherigen Sicherungsmaßnahmen reichen nunmehr nicht aus, das Gebäude zu stabilisieren und müssen neu bewertet werden.

Auf Grund der Lageentwicklung sind die weiteren Maßnahmen vorerst nicht mehr der direkten Gefahrenabwehr zuzuordnen. Aus diesem Grund pausiert der Einsatz des Technischen Hilfswerks (THW).

Anwohnende und selbst Außenstehende verfolgten die Arbeiten der THW-Ehrenamtlichen an der Einsatzstelle fasziniert und auch mit Bewunderung. Dies spiegelte ein Banner an einem Fenster wieder.

Seit Einsatzbeginn, 31.01.2021, bis Mittwoch, 03.02.2021, waren 312 THW-Kräfte aus 17 Ortsverbänden der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen zum Einsatz gekommen.

In den letzten Tagen waren 36 Kräfte unseres Ortsverbandes aus verschiedenen Bereichen eingesetzt:

- Bergung/ ASH

- Trupp UL

- Fachgruppe N

- Fachgruppe Schwere Bergung

- Zugtrupp

- und OV Stab

Ein Herzliches Dankeschön allen THW-Kräften.


  • Seit Montag bauen THW-Kräfte Stützkonstruktionen aus Holz für das einsturzgefährdete Haus. Quelle: THW/Dennis Seumer

  • Quelle: THW/Christian Swarra

  • Quelle: THW/Yannick Winkler

  • Quelle: THW/Yannick Winkler

  • Quelle: THW/Yannick Winkler

  • Quelle: THW/Yannick Winkler

  • THW/Dennis Seumer

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